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Führung ist zu wichtig, um sie nur Führungskräften zu überlassen

15. März 2017

Hat Digitalisierung und erhöhte Komplexität zur Folge, dass Führung sich radikal verändert? Moderne, digitale Führung wird in vielen Bereichen und Organisationen zukünftig zur Transformation von „Führungskraft“ zu „Führungsarbeit“ führen. Was bisher in einer Person vereint war, wird sich zukünftig auf mehrere Personen aufteilen. Führung wird zur Teamleistung.

Führung muss nicht zwingend von einer Person abhängig und durchgeführt werden, so lautet die These eines Buches von Bernd Oestereich und Claudia Schröder. Jedoch stellt sich dann die Frage, wer sonst, wenn nicht die Führungskraft dann diese Aufgabe übernehmen soll?

Führung wie auch Hierarchien sind und bleiben, so die zentrale These der Buchautoren, entscheidende Erfolgsfaktoren für Organisationen und Unternehmen. Jedoch werden beim kollegialen Ansatz die Aufgaben dezentral auf zahlreiche Kollegen verteilt und ersetzt zentralisierte Führung durch klassische Vorgesetzte. Also verkürzt ausgedrückt: Führungsarbeit statt Führungskräfte!

Kollegiale Selbstorganisation versteht sich explizit nicht als Beliebigkeit, Willkürlichkeit, Basisdemokratie oder Endlosdiskussionen über Entscheidungen. Ganz im Gegenteil: Gerade damit Führung zum selbstverständlichen Teil der Arbeit eines jeden Mitarbeiters werden kann, benötigen solche Organisationen eine robuste und leistungsfähige soziale Struktur sowie einen transparenten, organisatorischen Rahmen und eine Reihe einfach zu benutzender Organisations- und Führungswerkzeuge.

Laut der Autoren, die selbst ein Unternehmen in die kollegiale Selbststeuerung überführt haben, beantwortet ihr Konzept auch die oft gestellte Frage, wie es gelingen kann, Mitarbeiter dazu zu bringen, mehr Verantwortung zu übernehmen, eigenverantwortlicher zu arbeiten oder unternehmerischer zu denken. Dahinter stecke, so die Erklärung der Autoren, der Wunsch, Mitarbeiter zu ändern oder nur Mitarbeiter mit bestimmten Eigenschaften beschäftigen zu wollen, ohne jedoch die dazu passenden Verhältnisse der Arbeit zu schaffen. Dieser Umstand soll durch die kollegiale Führung kompensiert werden, indem die Verantwortung noch mehr beim Mitarbeiter liegt, statt zentral bei einer Person.

Das Konzept der kollegialen Führung steckt sicher noch in den Kinderschuhen, es wird selbstverständlich nicht in jeder Organisation allumfassend funktionieren. Gleichwohl ist der Ansatz unserer Meinung nach ein guter Impuls für die Fragen vieler Organisationen unserer Zeit. Was glauben Sie, würde es Ihrer Organisation nutzen, wenn die Führung mehr von einzelnen Führungskräften in die Eigenverantwortung des Kollegiums übertragen würde?

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